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Dienstag, 22. Juni 2010

Ischia Film Festival & Global Fest 2010

Africa Light - Gray Zone

An insider’s tip for the summer 2010: about George Clooney, Michael Douglas, Hilary Swank, Anton Corbijn, Sir Ken Adam & Co.

Tino Schwanemann’s short film “Africa Light / Gray Zone” ( official website: www.africa-light.com ) has its Italian Premiere at The Ischia Film Festival, which will take place together with The Ischia Global Fest. The exclusive Mediterranean location is just one of festival’s benefits. The honorary committee consists of internationally renown, Oscar winning artists such as Sir Ken Adam (multi-awarded architect and star designer of various James Bond movies, e.g. “Goldfinger” and Stanley Kubrick’s “Barry Lyndon”, “Doctor Strangelove” etc.), Carlo Rambaldi (“Alien”, “E.T.”, “King Kong”, David Lynch’s “Dune”, …), Giuliano Montaldo, Osvaldo Desideri and many great artists more.

During the Ischia Global Fest the Who is Who of International Cinema will show up: Ben Kingsley, Jeremy Irons, Hilary Swank etc. Just to mention some of them. The festival’s opening movie will be “Wall Street: Money Never Sleeps”. Maybe Michael Douglas and Catherine Zeta-Jones will also be there? One for sure: The Ischia Film Festival is going to be an awesome event of this summer and is supposed to be a real insider’s tip, not only for the fans of “Africa Light / Gray Zone”!

Anton Corbijn’s “The American” (starring George Clooney) will be awarded at the Ischia Film Festival 2010. For sure, the director and his main actor will appear at the festival as well. Tino Schwanemann, always being a huge fan of Anton Corbijn’s awesome work (e.g. “Control” and various amazing music videos of Depeche Mode, Herbert Groenemeyer, U2, Coldplay, Nirvana etc.), is really curious about Corbijn’s opinion on “Africa Light – Gray Zone”. As one of eight selected films “Africa Light / Gray Zone” is the only German film in its festival category.

Press Contact:

einscommanull
Mrs Stefanie Paul
Phone +49.30.27592523
Fax +49.180.3118866.174
www.einscommanull.com

Montag, 21. Juni 2010

Ischia Film Festival & Global Fest 2010



Ein Insider-Tipp für den Sommer 2010: Von George Clooney, Michael Douglas, Hilary Swank, Anton Corbijn, Sir Ken Adam & Co.

Auf dem Ischia Film Festival, das im Rahmen des Ischia Global Fest veranstaltet wird, erfährt Tino Schwanemanns Film "Africa Light - Gray Zone" (offizielle Webseite: www.africa-light.com) seine italienische Premiere in einer exklusiven Location im Mittelmeer.
Zum Komitee des Festivals gehören internationale Größen und Oscar-Gewinner wie Sir Ken Adam (Star-Setdesigner diverser James Bond-Filme, u.a. "Goldfinger" und Stanley Kubrick's "Barry Lyndon", "Dr. Strangelove" u.v.m.), Carlo Rambaldi ("Alien", "E.T.", "King Kong", David Lynchs "Dune - Der Wüstenplanet" etc.), Giuliano Montaldo, Osvaldo Desideri und, und, und...



Im Rahmen des Ischia Global Fests wird das Who is Who der internationalen Filmszene zugegen sein: Ben Kingsley, Jeremy Irons, Hilary Swank, und so weiter und so fort. Immerhin wird "Wall Street: Money Never Sleeps" das Festival eröffnen. Können wir also auch mit Michael Douglas und Catherine Zeta-Jones als Überraschungsgast rechnen? Eines steht fest: Dieses Film Festival ist somit in diesem Sommer ein echter Geheimtipp, nicht nur für Fans von "Africa Light - Gray Zone"!

Da auch der Film "The American" von Anton Corbijn (Hauptrolle: George Clooney) auf dem Ischia Film Festival 2010 ausgezeichnet werden wird, ist ebenso die Anwesenheit des Regisseurs und seines Hauptdarstellers auf dem Festival obligatorisch. Tino Schwanemann, der schon immer ein großer von Fan den Arbeiten Anton Corbijns ("Control", div. Musikvideos von Depeche Mode, Herbert Grönemeyer, U2, Coldplay, Nirvana usw.) war, ist natürlich gespannt, was dieser zu "Africa Light - Gray Zone" meint. "Africa Light - Gray Zone" läuft auf dem Ischia Film Festival in seiner Sektion als einer von acht ausgewählten Filmen und als einziger deutscher Film.

Pressekontakt:
einscommanull
Frau Stefanie Paul
Telefon +49 .30 .27 59 25 23
Fax +49 .1 80 .3 11 88 66 174
www.einscommanull.com

Mittwoch, 10. März 2010

Africa Light / Gray Zone DVD released (PAL & NTSC)

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From now on, our Africa Light / Gray Zone DVD is available as a festival preview copy in PAL and NTSC formats (Region Code 0 / none) for public festival screenings.

Available copy formats for screening and exhibition purposes are Digital Betacam (PAL /NTSC), Beta SP (PAL / NTSC), DVCAM (PAL / NTSC), miniDV (PAL), HDCAM (PAL) and progressive HD file (mpg, 1080-25p).

Attention: Non-commercial! For cultural venues or festival purposes only! DVDs and other copy formats are not for sale!

Distribution, Publishing & Festival Contact: einscommanull, Mrs Stefanie Paul, office phone +49 .30. 27 59 25 23, email: info@einscommanull.com

Sonntag, 21. Februar 2010

Fernlokal Interview, Kurzfilm über Namibia: Africa Light - Gray Zone

(Quelle: Fernlokal), Autor: Sonja Peteranderl

Namibia, die einstige deutsche Kolonie, glänzt in der Außenwahrnehmung meist als vergleichsweise demokratisches, friedliches und weit entwickeltes Naturparadies: “Africa Light”. Der deutsche Regisseur Tino Schwanemann hat seinen eigenen Erkenntnisprozess von der ersten Blendung zum genaueren Blick in einem Kurzfilm verarbeitet. Fernlokal hat mit ihm über die Produktion von “Africa light – Gray zone” gesprochen.


„Ich bin mit einer anderen Einstellung weg- als hingefahren“. Tino Schwanemann war kaum auf die Realität in Afrika, in Namibia, vorbereitet. Der Magdeburger Regisseur, der in Berlin lebt und arbeitet, hatte die Idee, einen Werbespot über Namibia zu drehen. Über Internetforen hatte er vorher Informationen über das Land und die Drehbedingungen eingeholt. Die Erkenntnisse von deutschen Touristen, die Namibia bereits besucht hatten, halfen wenig weiter: „Viele kennen die Etoscha-Pfanne und einzelne Ortschaften, sie sind sonst aber sehr eingeschränkt und waren nie an Orten wie Katatura“, so Schwanemann.

Katatura: Armut statt Luxus-Safari


Katatura ist das Armenviertel der namibischen Hauptstadt Windhoek, über 100.000 schwarze Namibianer leben hier, täglich kommen neue Einwanderer vom Land hinzu. „Der größte Teil besteht aus Blechhütten, die am Berg hängen, es ist sehr verwinkelt und es riecht nach Fäkalien“. Eine andere Facette von Namibia, fernab der Hochglanzbroschüren. In Katatura hat Schwanemann viel gedreht – allerdings nicht für den geplanten Werbefilm. Den Spot hat er zwar während seines siebenwöchigen Aufenthalts in Namibia noch realisiert, aber sein Kurzfilm “Africa light – Gray zone” ist zum Hauptprojekt geworden „und wird dem Thema eher gerecht“.


“Africa light – Gray zone” zeigt in 13 Minuten die gleichzeitigen Realitäten in dem südafrikanischen Land: Faszinierende Safari-Bilder und eine von Touristen überfahrene Giraffe, afrikanische Moderne und Armut, Stammes-Traditionen als Inszenierungen für Touristen oder Kolmannskuppe, die im Sand versinkende Stadt der Diamantensucher. Der Film sei eine „subjektive Bestandsaufnahme von Namibia, die durch sämtliche Gefühle hindurchgeht, die Faszination zeigt, aber auch das, was an Kontrasten und Ungereimtheiten vorhanden ist“. Dabei wolle der junge Regisseur nicht Fragen beantworten, sondern Fragen aufwerfen: „Mit dem Film möchte ich dazu ermutigen, sich kein einseitiges Bild zu machen, sondern das Panorama wahrzunehmen“.

Auch wenn der Werbespot – der Pflichtteil der Reise – naturgemäß zu eben jener eingeschränkten Wahrnehmung führt, die Schwanemann kritisiert, ist er zumindest Inspiration für den zweiten Blick geworden: „Es war der notwendige Auslöser, um den Kurzfilm fertigzumachen“. Die Hochglanzästhetik von Werbebildern setzt der Regisseur auch zu Anfang seines Films ein, um die touristische Perspektive auf Namibia am Ende zu brechen: “Der erste Teil ist als touristisches Blendwerk gestaltet und der Film begleitet den Prozess, wie man sich nach und nach der Realität annähert”.

Namibia: Zwischen Afrika Light und hoher AIDS-Rate


Die Ursprünglichkeit, das vermeintlich “Echte”, das viele Gäste in Afrika suchen, und das ihnen gegen Bezahlung präsentiert wird, ist oft nicht authentisch. Schwanemann erzählt, dass einige Namibier vor Touristen einen traditionellen Tanz aufführten – “und dann trägt einer noch ein T-Shirt von Benetton”. “Afrika Light” ist ein Klischee, wie Tino Schwanemann mittlerweile weiß. Die Bezeichnung, die vor allem weiße Einheimische und Touristen gebrauchen, klammert viel aus: “Sie meinen den romantischen Ort Namibia, wo all das ineinanderfließt, was man aus Filmen kennt. Hier gibt es keine schwerwiegenden Probleme, angeblich keine rassischen Unterschiede, hier ist Natur noch Natur, die Gegensätze zwischen Arm und Reich werden außen vor gelassen.” Der Gegensatz der Realität, so Schwanemann.

Namibia ist ein Land mit höchster Ungleichheit von Besitz und Einkommensverteilung: Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen von 5.155 US-Dollar sagt wenig über die tatsächlichen Einkommens-Diskrepanzen und unterschiedlichen Lebensbedingungen aus. Von den 1,9 Millionen Einwohnern leben über zwei Drittel unter der Armutsgrenze. Die “horrende Armut” in manchen Regionen oder Stadtteilen wie Katatura hatte der Regisseur nicht erwartet. Auch dass Namibia zu den fünf der weltweit am stärksten von AIDS betroffenen Ländern zählt, wusste Tino Schwanemann vor seiner Reise nicht.
Über 200.000 Namibier sind mit dem Virus infiziert. Die höchste AIDS-Rate weist die Caprivi-Region auf, 34 Prozent der Caprivier sind HIV-positiv. Angenehme Brüche der Vorurteile gab es aber auch: Dass die schwarzen Namibier nichts von Ackerbau verstünden, wie er von einigen weißen Farmern gehört habe, sei nach einiger Zeit mit den Naturvölkern widerlegt worden. Überrascht war Schwanemann auch von der Gelassenheit und liebevollen Art, mit der die Mütter in Katatura mit ihren Kindern umgehen: “Sie waren überhaupt nicht gestresst, im Gegensatz zu mancher Berliner Mutter, die mit einem Kind schon überfordert ist.”

Aus professioneller Perspektive war Namibia für den Filmemacher ein Paradies: „Namibia hat das optimalste und schönste Licht, das man sich vorstellen kann.“ Mit Geld oder Geschenken für korrupte Beamte oder Stammesführer gab es beim Drehen keine Probleme. Einzig die Malaria-Prophylaxe bereitete der Crew Stimmungsschwankungen. In diesem Jahr soll der Kurzfilm “Africa light – Gray zone” auf verschiedenen Festivals laufen. Tino Schwanemann ist bewusst, dass er erstmal nur ein elitäres Publikum erreicht, aber er hofft, dass der Film eine gewisse Popularität erreicht und weiterverbreitet wird. Schwanemanns nächstes Projekt soll dann von Anfang an kein Werbespot, sondern „eine gesellschaftliche Analyse“ werden.

(sop)

Freitag, 29. Januar 2010

Statement des Regisseurs von "Africa Light / Gray Zone"

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ENGLISH

The majority of German movies could be published as well as a radio play!

Director's Statement by Tino Schwanemann about AFRICA LIGHT / GRAY ZONE

Lately, there have been many questions about the film. Why is such a dramatic story like this being told in such beautiful pictures? How does my desired target group look like? Is the film only aligned to intellectuals? Are only representatives of film studies allowed to understand it? How could the film be available for a wide audience? Interested parties contacted me to get my opinion on political issues in Africa and my personal intention of the film. The following lines should be kind of a summary.

AFRICA LIGHT / GRAY ZONE film poster
film poster of AFRICA LIGHT / GRAY ZONE

Too much is being said and explained in German movies!

For me, the audience often seems to be underestimated. Films like "2001: A Space Odyssey" (director: Stanley Kubrick), "Koyaanisqatsi" (directed by Godfrey Reggio), "Waltz with Bashir" (directed by Ari Folman) and "The Fall" (directed by Tarsem Singh) show that viewers are able to combine pictures, to put them into context with each other or to interpret, without a need for endless dialogues, or without conjuring up any big emotional drama. So, AFRICA LIGHT / GRAY ZONE is a silent film without any spoken dialogues.

I am annoyed when I watch films such as "Africa: My Home" or similar romantic trash. Stories that do not understand to give a realistic impression of the country Namibia on the one side, and simply do not show the true reality of the continent of Africa on the other side as well. They show the same stereotypes on and on. AFRICA LIGHT / GRAY ZONE is the proof that it’s possible to give a realistic impression with small means. This film’s intention is not to establish a stamped, personal narration either, or to slip into an often unattractive documentary direction. It commutes between those two genres and shows big pictures extended with many symbolic details.

Sure, Africa is increasingly used as an eye catcher.

We all know the pictures from Ethiopia, Angola and Rwanda. But it is shameful that many people are stapling the topic of the Third World on their forehead in order to be respected by the press. Alleged celebrities go into poor areas to crush a few tears and want to open an orphanage, but ultimately they only give off a check, while 60% of the money seeps in administration and bureaucracy. But no one seems to have a personal opinion about the real general situation. And they do not seem to care about any investigation. The cameras are gone, the celebrity, too. The recent case of Haiti demonstrates that media coverage is somehow responsible for endless calls for donations and the local appearance of bizarre activism organizations, such as Scientology or others, while nobody had been interested in Haiti in the last years before. In the same way pictures of poverty in Africa flicker annually on TV right before Christmas. A pressure on the lacrimal as a placebo for a guilty conscience?

The ignorance of reality is still continuing. In the same way of the statement of George W. Bush: "Africa is a beautiful country," I experience the dealing with many clichés. There are stereotypical platitudes such as "The white farmers teach black people how to work because they are not intelligent to cultivate their own land ..." or "The whites are only exploiting native Africans". And so on. Certainly, there is always a spark of reality in these statements, but the truth can mostly be found in the middle, like it has been wisely said by the German newspaper publisher Axel Springer.

Especially during the preparations of the Soccer World Cup in South Africa, I would like to establish this film as a counterweight, which thus tries to put the one-sidedness in the middle. With this film, I want to encourage visitors to explore Southern Africa closely scrutinized, and not to make just a one-sided picture only. Above all, the film’s target group are tourists who turn their eyes only on the flora and fauna. Who are hypnotized in such a way that they glorify anything or ignore everything. The film represents Africa in the kind of aesthetics of a commercial: first, just to dazzle people with beautiful pictures, then to motivate them to capture a sense. In South Africa, the reality show is looming somewhere around the beaches, stadiums and hotels. So, my message is: a good image on your own can be made if you combine black and white into a whole or even enhance color.

Tino Schwanemann's Plädoyer für mehr Weitsicht
Tino Schwanemann: More Foresight?

My intention with this film is not to answer any question.

This is up to others whose job it is. I just want to raise questions skillfully! And the most important issues for me had always been the reasons for riots, poverty and the conflicts of the continent? Above all, the influence of the so-called First World on the Third World was my main focus. This influence had been almost omnipresent, especially in Namibia, when I saw the wrecks of cars in the desert, the predominance of beer advertising in the slums with the phrase "You've earned it!", a giraffe driven over by tourists in the national parks, abandoned buildings in the diamond prospectors’ area, the seepage of rails in the sand, or tourist staged native communities. The gods must be crazy! Instead of Coca Cola, there was the Pepsi ad on the corrugated steel sheets in Kattatura. These symbols could barely express more accurately. But I will leave the concrete articulation to the audience. For me, a film works best if you do not deliver everything on the tray, so you can encourage your audience to create an own individual opinion. Only thus someone is motivated to deal with the issues. My aim is to entice the audience and not to leave them alone in their comfortable popcorn armchair lethargy. Besides: I like to provoke!

Tino Schwanemann in Namibia: Eine prachtvolle Kulisse?
Tino Schwanemann in Namibia: What a wonderful surface?

Why Namibia? The contrast was groundbreaking for me.

It is a place where Angelina Jolie relaxes on the beach, and Britney Spears thought to bear a child. But where the scenery is so gorgeous, there is also a counterpart for everything. Although hidden. Christoph Schlingensief once said that Namibia is the boring part of Africa, because everything seems so arranged and artificial. Somehow correct. But there is more than this behind its cover. „An image is an image is an image…“. And an image is always the sum of an internal und external perception. So it was the right time for me to make a film about the African cliché world that has not been there before yet. “Africa Light / Gray Zone” is my external view as an image. The internal one is omnipresent, especially at the moment, while the Soccer World Cup is being prepared.

For me, the film AFRICA LIGHT / GRAY ZONE is a snapshot from a subjective point of view.

It also shows my personal, categorized development, while I had been in Southern Africa: First being dazzled and packed with clichés and pseudo-romantic imagination, then noting that not everything shines like gold, then doing more and more research and being curious, finally being angry about the lack of empathy and tact, as well as about the low First World understanding for the essences of the Third World’s problems. As one of the First World’s protagonists, somehow, this was also a personal point.

Last but not least, the music, produced by Steffen Greisiger with the Film Orchestra Babelsberg, follows this intention. In Hollywood movie style, it starts with everything an orchestra is able to offer. But the hubris is followed soon by the catharsis.


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DEUTSCH


Das Gros des deutschen Films könnte man genauso gut als Hörspiel veröffentlichen!


Statement von Tino Schwanemann zu „Africa Light / Gray Zone“

In letzter Zeit gab es viele Fragen zum Warum und Wie des Films. Warum wird eine so dramatische Geschichte in solch schönen Bildern erzählt? Wen möchte ich mit der recht tiefgehenden Thematik und dieser Symbolik erreichen? Richtet sich der Film nur an Intellektuelle? Muss man Filmwissenschaftler sein, um ihn zu verstehen? Wie soll er einer breiten Masse zugänglich gemacht werden? Interessenten traten an mich heran, um meine Meinung zu politischen Themen in Afrika und meine persönliche Absicht des Films zu erfahren. Als Resümee dessen sollen die folgenden Zeilen dienen.

AFRICA LIGHT / GRAY ZONE film poster
Filmplakat zu "Africa Light / Gray Zone"


In Deutschland wird zu viel geredet und erklärt – vor allem im Film!

Dabei wird für mich der Zuschauer immer unterschätzt. Filme wie „2001 – Odyssee im Weltraum“ (Regie: Stanley Kubrick), „Koyaanisqatsi“ (Regie: Godfrey Reggio), „Waltz with Bashir“ (Regie: Ari Folman) und „The Fall“ (Regie: Tarsem Singh) zeigen, dass man dem Zuschauer ruhig abverlangen kann, Bilder zusammen zu fügen, in einen Kontext zueinander zu stellen, zu interpretieren, ohne die Verbalkeule schwingen zu müssen oder das große Gefühlsdrama herauf zu beschwören. Aus diesem Grund ist "Africa Light / Gray Zone" ein von den Dialogen her ruhiger Film.
Ich fühle mich mittlerweile genervt, wenn ich Filme wie „Meine Heimat Afrika“, „Im Brautkleid durch Afrika“ oder ähnliche romantische Kitsch-Märchen sehe, die es einfach nicht verstehen, ein realistisches Bild, zum einen des Landes Namibia, zum anderen des Kontinents Afrika zu zeichnen und immer wieder dieselben Klischees auspacken. Mit „Africa Light – Gray Zone“ will ich versuchen, mit kleinen Mitteln zu zeigen, dass es eben auch anders geht. Er soll eben nicht eine aufgedrückte, persönliche Narration etablieren, andererseits genauso wenig ins oftmals wenig attraktive Dokumentarische abgleiten. Er pendelt genau dazwischen: Große Bilder mit vielen symbolischen Details, die subtil einen Handlungsstrang etablieren.

Klar, Afrika dient immer als Eye Catcher.

Uns allen sind die Bilder aus Äthopien, Angola und Ruanda präsent. Aber es ist für beschämend, dass sich viele das Thema Dritte Welt auf die Stirn tackern, um von der Presse beachtet zu werden. Angebliche Prominente fahren in arme Gegenden, zerquetschen ein paar Tränen, wollen ein Waisenhaus aufmachen, doch letztlich geben sie nur einen Scheck ab, wobei 60% des Geldes in Verwaltungsaufgaben und Bürokratie versickert. Doch eine eigene Meinung machen sich die wenigsten. Von Investigation ganz zu schweigen. Sind die Kameras verschwunden, ist der Promi es auch. Der aktuelle Fall Haiti zeigt auf, dass Medienpräsenz sogleich zu einem Spendenmarathon und zu Aktionismus skurriler Organisationen führt, sei es Scientology oder andere. Und genauso wie auch Haiti viele Jahre lang niemanden interessiert hat, tauchen die Bilder der Armut aus Afrika im jährlichen Abstand vor Weihnachten im TV auf: als Druck auf die Tränendrüse für das schlechte Gewissen?

Tino Schwanemann's Plädoyer für mehr Weitsicht
Tino Schwanemann's Plädoyer für mehr Weitsicht?

Die Ignoranz der Realität setzt sich weiter fort. Nach dem Schema der Aussage George W. Bushs „Africa is a beautiful country“ erlebe ich den Umgang vieler mit Klischees. Seien es die stereotypen Plattitüden wie „Die weißen Farmer bringen den Schwarzen das Arbeiten bei, weil diese nicht intelligent sind, eigenes Land zu bewirtschaften..“ oder andererseits „Die Weißen beuten die Schwarzen nur aus“, und so weiter, und so fort. Mit Sicherheit gibt es in beiden Aussagen immer auch einen Funken Reales, aber die Wahrheit findet sich meistens in der Mitte, so hat es schon Axel Springer festgestellt.

Gerade im Zuge der einsetzenden Fußball-WM möchte ich diesen Film als Gegengewicht etablieren, der somit das Einseitige in die Mitte rückt. Mit ihm möchte ich dazu animieren, das südliche Afrika genauer zu erforschen, zu hinterfragen und nicht nur ein einseitiges Bild zu machen. Vor allem soll er sich an Touristen wenden, die ihren Blick nur auf die Flora und Fauna richten, dabei so hypnotisiert sind, dass sie alles andere verklären oder gar ignorieren. Der Film soll die Leute in Werbespot-Ästhetik anfangs mit schönen Bildern blenden, um sie gewissermaßen einzufangen, dann jedoch die Realität aufzeigen, die sich immanent um Strände, Stadien, Hotels abzeichnet. Ein gutes Bild macht sich eben, wenn man Schwarz und Weiß zu einem ganzen kombiniert oder gar noch um Farbe ergänzt.

Ich möchte mit diesem Film keine Fragen beantworten.

Das sollen andere machen, deren Job es ist. Ich möchte Fragen gekonnt aufwerfen! Und die für mich wesentlichste war immer, woher die Unruhen, die Armut und die Zerrissenheit des Kontinents rühren? Vor allem fand ich den Einfluss der sogenannten Ersten Welt auf die Dritte Welt immer interessant. Dieser war für mich vor allem in Namibia omnipräsent, als ich die Autowracks in der Wüste liegen sah, das übermächtige Bierwerbeplakat in den Slums mit der Aufschrift „You’ve earned it!“, die von Touristen überfahrene Giraffe in den Nationalparks, die verlassenen Häuser der Diamantensucher, die im Sand versickernden Eisenbahnschienen oder touristisch inszenierten Einheimischen. Die Götter müssen verrückt sein! Anstatt Coca Cola, gab es die Pepsi-Werbung auf den Wellblechen in Kattatura. All das waren Symbole für mich, die es treffender kaum artikulieren können. Nur die konkrete Artikulation dessen will ich dem Zuschauer überlassen. Ein Film funktioniert für mich dann am besten, wenn ich nicht alles auf dem Tablett liefern muss, sondern dazu animieren kann, dass sich jeder seine individuelle Meinung erschafft. Nur somit setzt sich jemand auch wirklich damit auseinander. Das Ziel ist es für mich, den Zuschauer zu animieren und nicht, ihm in seiner Popcorn-Lethargie im bequemen Sessel die ganze Arbeit des Denkens abzunehmen. Nebenbei: ich provoziere gern, um ihn, den Zuschauer, zu animieren.

Tino Schwanemann in Namibia: Eine prachtvolle Kulisse?
Tino Schwanemann in Namibia: Eine prachtvolle Kulisse?

Warum gerade Namibia? Der Kontrast war für mich wegweisend.

Wo einerseits Angelina Jolie am Strand relaxt, und Britney Spears überlegte, ein Kind zu gebären. Wo eine so prachtvolle landschaftliche Kulisse ist, gibt es eben auch für alles ein Pendant. Wenn auch sehr versteckt. Christoph Schlingensief sagte einmal sinngemäß, dass Namibia das langweiligere Afrika sei, weil alles so gestellt und inszeniert scheint. Irgendwo richtig. Und doch sehe ich das genau aus diesem Grund ganz anders, auch wenn Schlingensief den Nagel ansonsten sehr auf den Kopf trifft (Link zu einem Interview). Woran kann man sonst die Entwicklung des Landes festmachen als an dessen Inszenierung. „An image is an image is an image…“ Nur ist ein Image immer die Summe aus Eigen- und Fremdbild. Es war für mich Zeit, diesen Film zu machen, weil das Thema der „afrikanischen Klischeewelt“ sonst nicht behandelt wird. Es ist mein Fremdbild. Das Eigenbild ist omnipräsent, vor allem im Moment, während die Fußball-WM vorbereitet wird.

Der Film „Africa Light – Gray Zone“ ist für mich eine Art Momentaufnahme aus subjektiver Sicht.

Er zeigt auch von der Dramaturgie her chronologisch auf, wie es mir in Namibia ging: zuerst geblendet und vollgepackt mit Klischees und pseudoromantischer Vorstellung, anschließend feststellend, dass nicht alles wie Gold glänzt, dann erforschend und neugierig, zu guter Letzt erbost über die mangelnde Empathie und die Taktlosigkeit sowie das geringe Verständnis der Ersten Welt für die Essenz aller Probleme, was ich als deren Protagonist irgendwo auch persönlich genommen habe. Der Tenor vieler: „Ist doch alles nicht so schlimm dort? Die machen sich ihre Probleme ja selbst! Im Grunde geht es denen doch blendend. Viel besser als uns.“

Nicht zuletzt wird die von Steffen Greisiger mit dem Filmorchester Babelsberg produzierte Musik dieser Intention gerecht. In Hollywood-Manier startet der Film mit allem, was ein Orchester zu bieten hat. Doch der Hybris folgt auch bald die Katharsis.

einscommanull, Januar 2010

Dienstag, 19. Januar 2010

It's Just Movies - Trailer Talk

Trailer Talk: ‘Africa Light: Gray Zone’

– by ALLISON HIGGINBOTHAM –

The trailer below for “Africa Light / Gray Zone” looks beautiful. That’s probably because I’m just used to seeing a lot of dust and beige when looking at footage taken from Africa. The trailer below, however, is sharp with rich colors. But all the beauty in Africa cannot distract from the problem of industrialization.

For Africa, industrialization means getting new technology: trains, paved roads, and barbed wire fences. The technological advances have a downside, however. With more technology, the African culture is becoming diminished. Old customs stop being practiced and traditions start vanishing.

Samstag, 16. Januar 2010

Allgemeine Zeitung Namibia vom 15.01.2010

Alles ist erleuchtet

Für seinen Doku-Film „Africa Light – Gray Zone“ legte der deutsche Regisseur Tino Schwanemann die rosarote Touristen-Brille ab – und zeigt Namibia mit all seinen Kontrasten
Das pseudo-romantische Kopfkino war in dem Moment vorbei, als Tino Schwanemann (31) das überdimensionale Bierplakat über den Dächern von Katutura erblickte. In fetten Lettern prangerte der Slogan über den Blechhütten: „Du hast verdient.“ Der Regisseur aus Deutschland stutzte: Was verdient? Hier zu leben? Er verstand es nicht. Der Kontrast zwischen Bierplakat und Blechhütte ließ ihn nicht mehr los. Tino Schwanemann war mit fünf Mann samt Kamera-Equipment und Budget nach Namibia gekommen, um einen Tourismus-Werbefilm zu drehen. Doch plötzlich hatte sich der Plan geändert.

„Oberflächlich betrachtet wirkt Namibia wie Afrika in seiner zivilisiertesten Form. Aber ist trotz seiner grandiosen Pracht eine endlose Grauzone. Es pendelt zwischen Tradition und Moderne, zwischen Viehzucht auf dem Land und Verslumung in der Stadt, zwischen Kolonialisierung, Landreform und Mindesteinkommen für jedermann, zwischen Sozialismus und eiskalt berechneter Marktwirtschaft“, so Tino Schwanemann kritisch.


Film ab für die interessierten ersten Zuschauer: Tino Schwanemann zeigt den Kindern in Katutura die ersten abgedrehten Szenen.

Mit seiner Doku „Africa Light“, die dank großer deutscher Sponsoren wie Karstadt und Air Berlin in diesem Jahr die europäischen und afrikanischen Filmfestivals bespielen soll, will der Absolvent der Filmakademie Baden-Württemberg auch die Grauzonen des Landes – abseits von den Besucher-Trampelpfaden – mit Licht füllen. Touristen, Busreisende, Safari-Gruppen ermutigen, beide Augen zu öffnen, die endlosen Weiten, aber auch die Alltagskonflikte der Menschen aus der Nähe zu sehen. Die Wüste erleben, aber auch ein Blick auf die zahllosen Autowracks zu werfen, die wie Zivilisationsreste in den Sandverwehungen untergehen.

Einen luxuriösen Eisenbahntrip machen, aber auch die vielen Gleise bemerken, die lange stillgelegt sind und im Nichts enden. Sonnen- und Schattenseiten. Drei Monate zog Schwanemann mit seiner Crew und ihrem liebgewonnen Reise-Guide Dijongo Zaire durch das Land. Von Lüderitz nach Swakopmund. Von Swakopmund weiter in den Norden nach Etosha, bis zu den Siedlungen der Buschleute. Tino Schwanemann mit seinen Kameramännern Felix Novo De Oliveira, Mathias Prause und drei weiteren Team-Mitgliedern unterwegs mit Hunderten von Kilo schwerem Equipment. Die Kamera immer am Puls des Geschehens.

Lichtmessungen beim Dreh: Die Kamera-Leute Felix Novo De Oliveira (l.) und Mathias Prause in der Namib

Musikalisch untermalt vom Babelsberger Film-Orchester: Alltagsszenen aus den Siedlungen der Buschleute, aus den Blechhütten von Katutura, von der Straße – für den Berliner Regisseur machen gerade sie neben all den atemberaubenden Kamerafahrten über die Namib-Dünen den Unterschied. „Die schönen Bilder von Tieren und Landschaft, die wir beim Blättern von Touristik-Katalogen sehen, sind eben nur die halbe Wahrheit. Vielleicht kann unser Film Reisende ermutigen, genauer hinzuschauen und auch die Schattenseiten des Landes zu erfahren“, so Schwanemann.

Unterwegs in Katutura: Tino Schwanemann (l.) gibt Regieanweisungen

Ebenso wie er, der während der monatelangen Dreharbeiten das ein oder andere Tal durchwanderte. „Als wir im Norden wegen der erhöhten Malaria-Gefahr Profilaxe nehmen mussten, gingen es vielen aus dem Team wegen der Nebenwirkungen sehr schlecht. Da war es schwer wieder Zug in die Dreharbeiten zu kriegen“, erinnert sich der Filmemacher. Ein schlechtes Namibia-Bild will Tino Schwanemann allerdings auf keinen Fall zeichnen.


Das offizielle Film-Plakat

„Namibia ist faszinierend und wir werden uns immer an die Zeit dort erinnern. Wichtig ist nur zu zeigen, dass unser ideales Urlaubsbild eben nicht der einzige Standpunkt ist.“ In den nächsten Monaten wird er mit „Africa Light – Gray Zone“ auf weltweite Tour über die Filmfestivals sein. Eine Doku, die nicht beschönigt, berührt und ohne Effekte Geschichten erzählt – vielleicht ist sie sogar der beste Tourismus-Werbespot, den ein Land sich Wünschen kann.

Von Caroline Rosales

Link zum Artikel der Allgemeinen Zeitung Namibia:
http://www.az.com.na/kultur/alles-ist-erleuchtet.100775.php

Freitag, 1. Januar 2010

official trailer of AFRICA LIGHT / GRAY ZONE released

This short film by Tino Schwanemann is a story about Africa. It deals with the facets of social, economical and even political development in the 3rd world. It is a story about lost identities of African communities, overwhelming progression and related changes in the environment.



Music by Steffen Greisiger & The German Film Orchestra Babelsberg, conducted by Bernd Wefelmeyer. Sound Design by Jan Weigel, sound mix by Christian Ottow.

Sonntag, 13. Dezember 2009

The Orchestration of AFRICA LIGHT / GRAY ZONE

The orchestration of Tino Schwanemann's AFRICA LIGHT / GRAY ZONE by The German Film Orchestra Babelsberg is finished. The orchestra was conducted by the renowned Bernd Wefelmeyer himself. Some excerpts of the amazing soundtrack, that was composed by our musical virtuoso Steffen Greisiger, can be found in the video. In this impressive sound setting our camera microphone quickly reached its limits. Of course, the final quality of the music recordings is much better!



www.africa-light.com

AFRICA LIGHT / GRAY ZONE

further informations on www.africa-light.com


Film Synopsis & Credits

Africa is full of nature’s colors. A colorful experience! The social, political and economical problems of the continent, however, are unsaturated. Neither black nor white, but endless gray.
“Africa Light” – as white local citizens call Namibia. The name suggests romance, the beauty of nature and promises a life without any problems in a country where the difference between rich and poor could hardly be greater. Namibia does not give that impression of it. If you look at its surface it seems like Africa in its most innocent and civilized form. It is a country that is so inviting to dream by its spectacular landscape, stunning scenery and fascinating wildlife. It has a very strong tourism structure and the government gets a lot of money with its magical attraction. But despite its grandiose splendor it is an endless gray zone as well. It oscillates between tradition and modernity, between the cattle in the country and the slums in the city. It shuttles from colonial times, land property reform to minimum wage for everyone. It fluctuates between socialism and cold calculated market economy.
The native communities of the country are recently available for sale. They perish as a tourist attraction in an entertainment park of the First World. The progress is entering.

The film “Africa Light – Gray Zone” tells the story of a country, which is a representative of an entire continent and its development. And finally this is even the story of our entire world.

  • Director / Visual Effects / Editing: Tino Schwanemann
  • Creative Producer / Art Director: Stefanie Paul
  • Music Composer: Steffen Greisiger
  • Orchestrator: Bernd Wefelmeyer
  • Orchestra: German Film Orchestra Babelsberg
  • Sound Design: Jan Weigel
  • Sound Engineering & Mix: Christian Ottow
  • Additional Music: Moby
  • Music Producion Consulting: Ulrich Reuter
  • Production Consulting: Holger Lochau
  • Camera: Felix Novo De Oliveira and Mathias Prause
  • Location Management: Dijongo Zaire
  • Production Companies: einscommanull in co-operation with Film Academy Baden Wurttemberg & HFF Potsdam Babelsberg